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feb’16
dez’16

Cypher

f e b - d e z
2 0 1 6

C y p h e r

Der Name des Ausstellungs- und Forschungsprojekts entstammt dem Vokabular des Hip Hop. Als Cypher wird dort der spontan entstehende Kreis bezeichnet, in dem sich MCs, BeatboxerInnen oder TänzerInnen zusammenfinden und improvisieren. Mit seinem zweiten Projekt im Bielefelder Stadtteil Brackwede möchte das lAb den Ausstellungsraum als einen solchen Cypher denken. Lokale und internationale KünstlerInnen, VermittlerInnen und GeisteswissenschaftlerInnen — teilweise in Kooperation mit Brackweder Institutionen, Vereinen, KulturproduzentInnen und BürgerInnen — arbeiten in dem Projektzeitraum von Februar bis Dezember 2016 daran, wie sich der Begriff des Cypher zu einem Kunst- und Kulturraum — im Allgemeinen und in Brackwede im Speziellen — in Beziehung setzten lassen kann.


Der Cypher beschreibt einen Kreis der Interaktion und der Aufführung, in dem die ZuschauerInnen zugleich PerformerInnen sind. Er ist ein (halb-)öffentlicher Raum des Wettbewerbs und der Aushandlung von temporären Rollen und Hierarchien. In wechselnden Konstellationen des Aufeinandertreffen werden Uneinigkeiten sichtbar und offen kommuniziert, jedoch in einem Kreis der Gemeinschaft, der Zuhören und darauf Reagieren als Voraussetzung hat. Begreift man Demokratie mit Rancière als ein Set von Prinzipien, die aufgrund des gesellschaftlichen Wertepluralismus in ihre Anwendung unter ständiger Verhandlung stehen, wird offensichtlich, dass die Austragung einer lebendige Kultur der Uneinigkeit, wie sie im Cypher als Prozess kultiviert wird, eine produktive Denkfigur für das Programm des lAbs sein kann. Dieses Verständnis von Demokratie als flüchtig und performativ — und demzufolge als ein Prozess der immer wieder neu initiert werden muss — bietet einen Rahmen, um den Ausstellungsraum in Brackwede als Cypher, als Ort des Begegnens und Diskutierens, zu denken. Die Sichtbarmachung einzelner Äusserungen, die Teilnahme an der Debatte, das Austauschen von Argumenten und die im Zuge dessen potentiell hergestellte gemeinschaftlichen Erfahrung stehen im Fokus der Belebung des Pavillons als Cypher. Die Erforschung des Cypher und die Artikulation seiner Attribute für einen Kunst- und Kulturraum, wird demnach Strategien der Auseinandersetzung, Verhandlung und Sichtbarwerdung umfassen: Wie werden Grenzen gesetzt und überschritten? Wie verhält sich individuelle Widerständigkeit im Bezug auf subjektive Wahrheiten? Inwiefern artikulieren die Stilmittel des Cyphers wie Übertreibung, (temporäres) Scheitern, Humor oder das Wort als Waffe alternative Herangehensweisen an gemeinschaftliche Momente und Interaktion?


Das Projekt Cypher ist in sechs Projektphasen unterteilt. Neben Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, wird das lAb unterschiedliche Veranstaltungs- und Kooperationsformate sowie Workshops und künstlerische Interventionen durchführen. Im Rahmen des Projekts werden zahlreiche neue künstlerische Arbeiten produziert, bestehende Arbeiten neu kontextualisiert und Vermittlungsformate erprobt.

1 9 – 3 1
f e b – m ä r

Do, 13 – 19 Uhr
Sa + So, 16 – 19 Uhr
Eröffnung 18. Februar, 18.30 Uhr

SHOW OF TALKS

Von Präsenz, Macht und Appell
im Sprechakt

SHOW OF TALKS

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Die erste Projektphase des Jahresprogramms des lAbs beschäftigt sich mit einem zentralen Element des Cyphers – der Rede. Die Rede ist im Cypher sowohl performativer Sprechakt als auch Teil der Interaktion. Die Videoarbeiten, die im Rahmen der Ausstellung SHOW OF TALKS gezeigt werden, befragen Strategien öffentlichen Vortrags und eigenen sich diese mit künstlerischen Mitteln an. Einerseits persiflieren und rekontextualiseren die Arbeiten die politisch oder ökonomisch motivierte Rede, anderseits untersuchen sie die Rede hinsichtlich Polemik und Populismus; Methoden die auf die Konstruktion kultureller und nationaler Identitäten abzielen. Neben einer Appell- und Ansprachefunktion lässt sich die Strategie „Rede“ zudem unter dem Aspekt der gesellschaftlichen Teilhabe betrachten, wodurch ihre Bedeutung als soziale Währung zur Diskussion gestellt wird. Die ausgestellten Videoarbeiten nähern sich diesem Potential über einen Moment der Anwesenheit, in dem das gesprochene Wort über sich hinaus weist: das, was physisch nicht da ist, wird in der Vorstellung der ZuhörerIn präsent und verweist auf das Publikum als Akteur. Die Gruppenausstellung versammelt Positionen, die auf vielfältige Weise die Rede als Mittel zur Aneignung von Realität zur Disposition stellen.


Das lAb wird für den Ausstellungszeitraum in eine Vortragssituation umfunktioniert. Eine Tribüne, die gleichermaßen als Sitzgelegenheit und raumfüllende Skulptur fungiert, ist visuell an das Mobiliar kultureller Spektakel, wie Fussballspiele oder Stadtfeste, angelehnt. Die künstlerischen Positionen, die als Projektionen gezeigt werden, treten in der Ausstellung als „Redebeiträge“ auf. Angelehnt an Symposien oder Konferenzen können sich BesucherInnen in einem Programm über die jeweiligen Aufführungszeiten informieren.


Kuratiert von Anna Jehle in Zusammenarbeit mit Amelie Befeldt.

The greatest Show on Earth

Sven Johne
The Greatest Show on Earth, 2011
Sprache: Deutsch
Untertitel: Englisch

Do 13:10 + 16:00
Sa + So 16:10

The Nation Loves It

Jasmina Cibic
The Nation Loves It, 2015
Sprache: Englisch
Deutsche Übersetzung liegt aus

Do 13:40 + 16:30
Sa + So 16:40

Fuck Africa

Nástio Mosquito in Zusammenarbeit
mit Vic Pereiró
Fuck Africa (remix), 2015
Sprache: Englisch
Deutsche Übersetzung liegt aus

Do 14:00 + 16:50
Sa + So 17:00

CUNNILINGUS IN NORDKOREA

Young-Hae Chang Heavy Industries
Cunnilingus in North Korea
(deutsche Version), 2004
Sprache: Deutsch

Do 14:10 + 17:00
Sa + So 17:10

The All Hearin

Lawrence Abu Hamdan
The All-Hearing, 2014
Sprache: Arabisch
Untertitel: Englisch

Do 14:25 + 17:15
Sa + So 17:25

Any other Business

Nicoline van Harskamp
Any other Business, 2011
(gezeigt wird eine neue Version von 2016)
Sprache: Englisch

Do 14:45 + 17:35
Sa + So 17:45

Never Say Never

Steven Emmanuel
Never say never, 2014 –
Sprache: Englisch
Untertitel: Englisch

Do 15:15 + 18:05
Sa + So 18:15

ERÖFFNUNG
Donnerstag, 18. Februar 2016, 18:30 Uhr

K2 KNEBELCHOR
AUS BIELEFELD

Knebelchor

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Der gemischte A Capella-Chor unter der Leitung von Thorsten von Knebel besteht ausnahmslos aus NichtsängerInnen. In Anlehnung an Beschwerdechöre, wie sie seit 2005 auf der ganzen Welt Verbreitung erfahren haben, wird der Chor zwei Stücke aufführen.




WHAT’S GOOD?

whats good

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Audiovisuelle Performance Katharina Merten/ Anja Kaiser A/V Abtauchen in die Projektionsflächen des Pop. Echos aus Interviews, Dokumentationen und Pornofilmen.

Veranstaltungen

TALKING HANDS

Talking Hands

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18. März 2016, 18 Uhr
mit Irina Pleis und KollegInnen

Ausgewählte Videoarbeiten der Ausstellung werden für gehörlose und hörende Menschen von einer Gebärdendolmetscherin simultan übersetzt.

Anmeldung bitte unter:
info@lab-artistsunlimited.de

Für Gruppenanfragen kann ein zusätzlicher Termin vereinbart werden.




F I L M V O R F Ü H R U N G
HATE RADIO

HATE RADIO

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31. März 2016, 16 - 19 Uhr
Vorführung: 16, 17 und 18 Uhr
Sprache: Deutsch + Französisch
Untertitel: Deutsch

Eine Produktion von Milo Rau / IIPM – International Institute of Political Murder in Koproduktion mit dem Schweizer Fernsehen und 3Sat Buch, Inszenierung und Regie: Milo Rau Montage und Sounddesign: Marcel Bächtiger Ausstattung und Kostüme: Anton Lukas Kamera: Marcel Bächtiger, Patrick Meyer-Clement, Lennart Laberenz, Markus Tomsche Ton: Jens Baudisch Recherche: Eva-Maria Bertschy, Jens Dietrich, Milo Rau Regieassistenz und Produktionsleitung: Mascha Euchner-Martinez

Der Film „Hate Radio“ (2014, 52 min) basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Milo Rau, das den Völkermord an den Tutsi 1994 in Ruanda thematisiert. „Hate Radio“ verhandelt die Rolle des damals in Ruanda beliebtesten Radiosenders RTLM (Radio-Télévision Libre des Mille Collines) in der Vorbereitung und Begleitung des Völkermordes.

Der Film wird während der Öffnungszeiten zu jeder vollen Stunde gezeigt. Das reguläre Ausstellungsprogramm wird in dieser Zeit ausgesetzt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.







3 0 - 0 3
a p r - j u l

CURRENT OBSESSIONS

In zwei Ausstellungen mit begleitenden Veranstaltungen und einer Kooperation mit dem Volxtheater der Theaterwerkstatt Bethel beschäftigt sich das lAb in seiner zweiten Phase des Projekts Cypher mit Wahnsinn, Sex und Tutorials.

AUSSTELLUNG
01. Mai – 16. Juni 2016
Eröffnung
Samstag, 30. April, 18 – 1 Uhr
zu den Nachtansichten

EVERYDAY PRACTICE

Everyday Practice

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von Angélique Pailler ((/ ((
Das spanische Kollektiv Angélique Pailler
((/ (( arbeitet mit den Medien Skulptur, Video und textbasierten Off - und Onlinearbeiten. Über ihre Körper, ein eigenes Alphabet basierend auf ASCII-Zeichen oder ihre „Tools“ (dt. Werkzeuge) Skulpturen-Reihe be- und verhandeln sie Strategien zwischenmenschlicher Kommunikation. In ihren Arbeiten erforschen und erweitern sie das Vokabular von Beziehungen.

Für das lAb haben die KünstlerInnen eine raumgreifende Architektur aus schwarzer Stretchfolie entwickelt, welche die Bewegung durch den Raum steuert und die jeweiligen Begegnungssituationen mit den Arbeiten stark inszeniert. Die BesucherInnen werden dabei Teil der Ausstellung, ihre Körper beim Betrachten der Werke hinter der Architektur in Ausschnitten sichtbar und gerahmt. Die Stretchfolie, die auf unterschiedlichen Höhen die Säulen des Raumes miteinander verbindet, verweist gleichermaßen auf ihre ursprüngliche Nutzung als Verpackungsmaterial oder Haushaltsgegenstand und ihre Ästhetik als Fetisch Objekt.

Das junge Kollektiv Angélique Pailler ((/ (( gründete sich 2014 und setzt sich aus Clara Arbona Orero und Bartomeu Sastre Grimalt zusammen. Beide studierten Bildende Kunst an der Universitat de Barcelona. 2015 widmete das CCAndratx auf Mallorca dem Kollektiv mit »The intervening space between two points or things« seine erste, größere Einzelausstellung.






NACHTANSICHTEN 2016
Samstag, 30. April, 18 – 1 Uhr


Eröffnung der Ausstellung »everyday practice« von Angélique Pailler ((/ (( Die KünstlerInnen sind anwesend und stehen gemeinsam mit dem Team des lAb für Fragen und Gespräche in der Ausstellung zur Verfügung.

ALLE TAGE

Alle Tage

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von Amelie Befeldt
Drei Monate lang hat sich Amelie Befeldt den Begriff Alltag als Ausgangspunkt für eine Beschäftigung mit der Organisation von Sein und Identität genommen. Auf der Basis dieses Projektes mit Recherchebüro in Brackwede, arbeitet sie derzeit an einer Künstler-Publikation, aus der sie erstes Material vorstellt. Die Publikation erscheint im Juli 2016.




ENTERTAIN ME!

Entertain Me!

Performance über das Unterhalten und Unterhalten-Werden.




ERLAUBNIS NICHT ERTEILT

Gegenmittel

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Der Künstler Uli Schallenberg wollte den öffentlichen Raum vor dem lAb mit seiner Skulptur »Gegenmittel« bespielen. Die Arbeit, die in ihrer Form an Panzersperren angelehnt ist, sollte den Treppenaufgang zum Vorplatz des Bezirksamts blockieren. Aus verkehrssicherungspflichtigen Gründen hat die Stadt Bielefeld die Erlaubnis zur Installation der Skulptur nicht erteilt.

Mehr Informationen zu den Nachtansichten auf www.nachtansichten.de






AUSSTELLUNG
13. Mai – 28. Juni 2016
in der Stadtteilbibliothek Brackwede

Eröffnung
Donnerstag, 12. Mai 2016, 17 Uhr
mit allen beteiligten Künstlerinnen und mit The Mooche ("Deep Roots Of Johnny Cash“)

LFTT LIBRARY

LFFT

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mit Vera Brüggemann, Viola Friedrich, Helen Horgan, Angelika Höger, Antje Löbel, Gabriele Undine Meyer und Hildegard Nattebrede.

Die LFTT Library* ist eine vierhundert Jahre alte Privatbibliothek von Mönchen eines irischen Franziskanerklosters. Als diese 2009 ausrangiert werden sollte, hat sich die irische Künstlerin Helen Horgan entschlossen die eklektische Bibliothek zu bewahren und sie als einen experimentellen Forschungsraum zu nutzen. Heute sind Teile der Bibliothek als nomadisches Archiv international unterwegs und die Bücher können von interessierten KünstlerInnen und KuratorInnen für eigene Projekte genutzt werden.

Seit Juni 2015 betreut die Künstlerin Angelika Höger eine eigens für Bielefeld zusammengestellte Auswahl der Bibliothek, die aus „kulturellen Handlungsanweisungen“ besteht. Hier finden sich Bücher über Naturwissenschaften und Gärtnern, praktische Anleitungshandbücher und neuzeitliche Selbsthilfe-Literatur. Seit fast einem Jahr beschäftigen sich nun KünstlerInnen aus Bielefeld mit der Bibliothek, erweitern ihr Bedeutungspotential und öffnen sie für experimentelle Lesarten.

Während der Ausstellung in der Stadtteilbibliothek in Brackwede ist die Auswahl der Öffentlichkeit zugänglich. Die Bücher können zu den Öffnungszeiten eingesehen werden. Zu sehen sind auch künstlerische Arbeiten, die im Rahmen der Auseinandersetzung mit der Bibliothek entstanden sind. An vier Terminen sind interessierte BesucherInnen zu ergebnisoffenen Treffen in die Bibliothek eingeladen.


Mehr Informationen zur LFTT Library unter: www.thelfttlibrary.com

*LFTT ist die Abkürzung für »Legs Foundation for The Translation of Things«. Eine Idee mit Reichweite bekommt im sprichwörtlichen Sinne ›Beine‹. Das Wort Übersetzung kann historisch auch als Begriff verwendet werden um die Bewegung von Objekten, insbesondere heiligen Objekten, von Ort zu Ort zu beschreiben.

Termine
Dienstag, 17. Mai 2016, 15 – 18 Uhr

WIR KÖNNEN ÜBER ALLES REDEN

Sabine Krause (inlingua Sprachschulen OWL) arbeitet unter Assistenz von Volker Elsen (N-CODING, Kommunikation für Fortgeschrittene) mit erbaulichen Texten aus unzeitgemäßen Sprachlehrbüchern der LFTT Library inkl. kleiner Handreichung, Living Exercises und Lektüre von »Das Blaue Licht«.

Dienstag, 7. Juni 2016, 15 – 18 Uhr

ARBEITEN MIT PAPIER

nach dem Buch »Instructive and Ornamental Paper Work« (1901) von Mrs. L. Walker. Für Kinder und Erwachsene mit Angelika Höger und Antje Löbel.

Samstag, 11. Juni 2016, 11 Uhr

K Ü N S T L E R I N N E N
G E S P R Ä C H

Helen Horgan berichtet über die Geschichte der LFTT Library, bisherige künstlerische Projekte und ihre Reisen mit den Büchern.

Dienstag, 28. Juni 2016, 15 – 18 Uhr
Performance um 17 Uhr

LAST CALL

mit Markus Schwartze (Piano) und Oona Kastner (Stimme) Finissage mit Audio-Raum-Klang-Labor-Performance für 2 MusikerInnen, Stimme, Flügel und diversen Kapiteln der LFTT Library.

Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenfrei. Künstlerische Vorbildung ist nicht erforderlich.

Stadtteilbibliothek Brackwede
Germanenstraße 17
33647 Bielefeld

Öffnungszeiten:
Di – Fr: 10 – 13 Uhr und 15 – 18 Uhr
Sa: 10 – 13 Uhr






THEATER

V O L X T H E A T E R

VOLXTHEATER

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Das Volxtheater der Theaterwerkstatt Bethel vereint KünstlerInnen verschiedenster Lebensbereiche der Gesellschaft. Ihr Spiel speist sich aus dem Potential der großen Vielfalt ihrer Lebenserfahrungen und Denkweisen. Gespielt wird, was die Mitwirkenden interessiert und was sie für wichtig erachten.
Weitere Informationen zum Volxtheater unter:
www.theaterwerkstatt-bethel.de


Termine
Freitag, 13. Mai 2016, 18 – 20 Uhr

V O L X T H E A T E R
W E R K S T A T T
W A H N S ! N N

Im Dialog mit der aktuellen Ausstellung von Angélique Pailler ((/ (( können Interessierte ihr eigenes künstlerisches Spiel mit Tanz, Theater, Musik sowie anderen Medien und Materialien entwickeln. Die Volxtheaterwerkstatt ist ergebnisoffen konzipiert, Schauspielerfahrungen sind nicht notwendig. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Samstag, 11. Juni 2016, ab 17.30 Uhr

NACHTREISE 14 –
ENTDECKUNGSTOUR DER FREIEN
THEATER BIELEFELD

Im Rahmen der Nachtreise14 präsentiert das Volxtheater Auszüge aus seiner aktuellen Produktion »Der Schnee brennt. – Ein Stück über den WAHNS!NN«.
Informationen zu den teilnehmenden Theatern und dem Kartenvorverkauf finden Sie unter:
www.freie-theater-bielefeld.de

Premiere
Samstag, 25. Juni 2016, 20 Uhr

Weitere Termine
So, 26. Juni | Mi, 29. Juni | Do, 30. Juni | Sa, 02. Juli | So, 03. Juli | jeweils um 20 Uhr

DER SCHNEE BRENNT. – EIN
STÜCK ÜBER DEN WAHNS!NN

Präsentiert vom Volkstheater in der Theaterwerkstatt Bethel.
Weltrekorde, 350 PS, geiler Sex - Wahnsinn! Terror, sexualisierte Gewalt, global vernetzte Kriege, Millionen auf der Flucht, steigender Alltagsrassismus – Alles Wahnsinn! Im Streben nach höchstem Glück leben wir Wand an Wand mit unfassbaren Widersprüchen. Das Volxtheater der Theaterwerkstatt Bethel bringt die unauflösbar erscheinenden Widersprüche des Lebens zum Ausdruck. Alte Werte wie Liebe, Würde oder Solidarität sind auf die Probe gestellt. Die Spielerinnen und Spieler des Volxtheaters erzählen in ihrem neuen Stück von einer Welt, die aus den Fugen zu geraten droht. Sie heben und stürzen ab, verlieren die Kontrolle, geraten in Ekstase, entgleiten und wagen somit einen Blick hinter gesellschaftliche Konventionen und Normalitätsvorstellungen.

Leitung: Matthias Gräßlin, Katrin Nowak,
Nicole Zielke.
Musik: Christian Beckers (Klavier),
Tobias Haussmann (Schlagzeug).

Eintritt: 14,- / erm. 7,- zzgl. VVK-Gebühren
VVK: Tourist-Information, Tel. 0521 516999
Weitere Informationen unter:
www.theaterwerkstatt-bethel.de

Die Produktion »Der Schnee brennt. – Ein Stück über den WAHNS!NN« und die Volxtheaterwerkstatt »WAHNS!INN« sind Teil des Pilotprojektes »Aus den Fugen – inklusives Theater und kulturelle Bildung«, gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, die Stiftung der Sparkasse Bielefeld, das Kulturamt Bielefeld und die Andreas-Gärtner-Stiftung.










2 1 – 2 5
j u l – a u g

DER ☺ SOMMER
☺ DER ☺
D I L E T T A N T E N

Das lAb nutzt das gewohnheitsmäßige Unspektakel des deutschen Sommers zur Vorbereitung auf die Zeit in der Erwerbslose glücklich sind, Ehrgeiz eine Beleidigung und Faulheit eine Tugend ist. Im Rahmen einer Sommerakademie laden wir Sie — in kleinen Gruppen — zu ein bis zweitägigen, ergebnisoffenen Veranstaltungen unterschiedlichster Methoden und Disziplinen ein. Zusammen wollen wir Arbeit und Arbeitsprozesse wichtig nehmen und den Versuch wagen geltende Wertesysteme und Bedingungen von Arbeit zu vernachlässigen. Während der Sommerakademie zeigt das lAb die Ausstellung »my sister thinks your paintings are interesting«.

Sommerakademie mit Nadja Buttendorf, Heike Geißler, Schorsch Kamerun, re_vision medienkollektiv und Juliane Schickedanz.

Ausstellung von Christine Gensheimer und Lars Rosenbohm.

AUSSTELLUNG
21. Juli – 25. August 2016
Eröffnung
Donnerstag, 21. Juli, 18.30 Uhr
Finissage
Donnerstag, 25. August, 19 Uhr

 

MY SISTER THINKS
YOUR PAINTINGS
ARE INTERESTING

Timo Katz

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In den Sommermonaten zeigt das lAb eine Ausstellung von Christine Gensheimer und Lars Rosenbohm. Beide sind im Künstlerhaus Artists Unlimited organisiert, arbeiten dort in unmittelbarer Nähe an unabhängigen Projekten. Der Verein zeichnet sich durch die Arbeit in temporären Kollektiven seiner Mitglieder innerhalb dynamischer Strukturen aus, und dies spiegelt auch die Ausstellung wieder: »my sister thinks your paintings are interesting« sind zwei Einzelpräsentationen, die räumlich, inhaltlich und in der künstlerischen Herangehensweise Überschneidungen aber auch individuelle Abgrenzung zulassen.

Christine Gensheimers tragisch-komische Collagen, Zeichnungen und Videoarbeiten entwickelt sie aus ihrer sich ständig erweiternden Materialsammlung aus Alltagsbeobachtungen, Zeitungs- und Magazinausschnitten sowie Zitaten aus Songtexten. Ihre Arbeiten sind Momentaufnahmen, Fragmente mit Verweisfunktion, die die Geschichte aber nie bis zum Ende erzählen. In ihrer Ausstellung im lAb zeigt sie erstmals kurze Videosequenzen, die im Spannungsfeld von animierter Collage und Gif-Ästhetik, Objekte und Figuren in einer Geste oder immer wiederkehrenden Transformation gefangen halten. Die kleinformatigen Zeichnungen sowie Interventionen im Ausstellungsraum behandeln auf poetische Weise ein ›sich fremd in der Welt fühlen‹.

Lars Rosenbohms langjährige Beschäftigung ist das Thema der Maske und seine Implikationen als Strategie des Verdeckens und somit auch immer des (Nicht-)Zeigens. Im lAb erweitert er dieses Interesse, indem er mit Überlagerungen auf mehren Ebenen arbeitet: Eine Tapete aus seinem Archiv aus spontan entstandenen Kohle-Zeichnungen, die egalitär und unkorrigiert als Untergrund dienen, werden von großformatigen, massiven Malereien teilweise verdeckt. Diese performativen Arbeiten, die das permanente Tun und den künstlerischen Schaffensprozess offenlegen sind wiederum aus unterschiedlichen Versatzstücken und Materialien zusammengesetzt. Dabei entstehen diese Collagen zum Teil aus vorhandenen Arbeiten, die nun auch zum Träger werden können. Rosenbohms Ausstellung lässt das Auge der BetrachterIn nicht ruhen und entzieht sich tradierten Vorstellungen von der Rezeption von Malerei als kontemplativem Gestus.


Öffnungszeiten der Ausstellung:
donnerstags 13 – 19 Uhr
samstags + sonntags 16 – 19 Uhr


Christine Gensheimer (*1976 in Frankfurt am Main) lebt und arbeitet in Bielefeld. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Kunstmuseum Wolfsburg, der Kunsthalle Düsseldorf und im Bielefelder Kunstverein gezeigt. Ihre Videoarbeiten wurden zuletzt zudem auf den 61. Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen, der fullframe Retrospektive in Wien und dem Milano Film Festival aufgeführt. Ihre Arbeiten sind in öffentlichen und privaten Sammlungen, wie der Sammlung der Kunsthalle Bielefeld, der Sammlung Rheingold oder der Sammlung Viehof vertreten. Seit 2005 produziert sie Animations-Filmbeiträge für die Sendung Karambolage auf Arte und konzipiert Musikvideos für diverse MusikerInnen.

Lars Rosenbohm (*1971 in Lemgo) lebt und arbeitet in Bielefeld. Er erhielt unter anderem Stipendien von der Kunststiftung Nordrhein Westfalen und der Aldegrever Gesellschaft und war Preisträger des Eurode-Kunstpreises. Ausgestellt hat er in der Kunsthalle Bielefeld, dem Marta Herford, im Saarland Museum Saarbrücken, im Museum Schloss Moyland oder auch im Westfälischen Kunstverein Münster. Außerdem in Belgien, Spanien, der Schweiz und den USA. Seine Arbeiten sind in öffentlichen Sammlungen (Marta Herford, Städtische Sammlung der Hansestadt Lünen) und Privatsammlungen vertreten. An der Fachhochschule und der Universität Bielefeld lehrte Lars Rosenbohm in den Bereichen Zeichnung und Malerei.

FINISSAGE
Donnerstag, 25. August, ab 19 Uhr

mit Veröffentlichung Künstlerpublikation / Amelie Befeldt
ab 20 Uhr Comic-Lesung / Aisha Franz
ab 21 Uhr Musik / Team Pommes

I DON’T WANT TO BE
A STUDIO ARTIST

I DON’T WANT TO BE A STUDIO ARTIST

von Amelie Befeldt
Als Ergebnis der Arbeit »Alle Tage«, die Amelie Befeldt während der ersten Ausstellungsphase des lAb begonnen hat, wird in Zusammenarbeit mit ag16 die Publikation »I don't want to be a studio artist« veröffentlicht. Ausgehend von der eigenen künstlerischen Praxis stellt Amelie Befeldt darin Fragen nach der Organisation von Sein und Identität oder nach der Funktion von YouTube im Alltag.

P L A Y L I S T

Playlist

von Aisha Franz
Aisha Franz liest in ihrem »Comic-Konzert« eine Auswahl aus ihren gezeichneten Kurzgeschichten vor, die von romantischen Kindheitsabenteuern und ekligen Greuelfantasien erzählen.

Aisha Franz lebt und arbeitet als freiberufliche Comicautorin und Illustratorin in Berlin. Neben zahlreichen Eigenpublikationen erschien 2016 ihre dritte Graphic Novel »Shit Ist Real« beim Berliner Comic-Verlag Reprodukt. Seit 2014 unterrichtet sie Illustration und Comic an der Kunsthochschule Kassel.
Mehr unter: www.fraufranz.com

TEAM POMMES
(Mo Chan und Icy Gee)

TEAM POMMES

Team Pommes ist ein audiovisuelles Kollektiv in ständiger Bewegung. Pommes kann alleine sein aber auch vieles begleiten. Pommes ist Universum.






SOMMERAKADEMIE
29. Juli – 13. August 2016
Workshops und Veranstaltungen


Die Teilnahme an allen Veranstaltungen der Sommerakademie ist kostenfrei. Alle benötigten Materialien werden gestellt. Es ist keine Vorbildung erforderlich. Bitte registrieren Sie sich für die Teilnahme zur Veranstaltung Ihres Interesses unter info@lab-artistsunlimited.de oder donnerstags von 13 – 19 Uhr telefonisch unter (0)521.515 298. Weitere Informationen zu den jeweiligen Veranstaltungen werden Ihnen nach der Anmeldung mitgeteilt. Alle Veranstaltungen finden im lAb in der Germanenstraße 22 in Bielefeld statt.






Freitag und Samstag,
29. und 30. Juli 2016,
10 – 16 Uhr (inkl. Mittagspause)

DIE AUSSICHT KÖNNTE
(NICHT) BESSER SEIN

Die Aussicht könnte (nicht) besser sein

Schreibworkshop mit Heike Geißler

Was kann man hören, was kann man sehen, und wie wird daraus ein Text? Wie kann man so sehen, dass man etwas sieht, vielleicht sogar etwas, das man bisher noch nicht sah? Wie kann man sich selbst mit Neuigkeiten überraschen, und wie bringt man Vielfalt und all die unterschiedlichen Menschen in einen Text? Wie bringe ich das, was ich beschreiben möchte, in eine lesbare Form? Was ist verständlich, was ist unverständlich? Warum sind die schönsten Wörter nicht unbedingt die passendsten?

Wir schreiben keinen Roman (es sei denn, wir wollen doch). Wir schreiben Listen, kleine Protokolle und Fragmente. Wir schreiben Texte, die wie zwischendurch entstehen, aber lange halten können. Wir üben uns im Beobachten und Zuhören. Wir beschreiben die Welt im Kleinen und haben dabei die ganze Welt im Blick.

Alle sind Zeitzeugen. Alles zählt.

Heike Geißler ist Schriftstellerin, Übersetzerin sowie Mitherausgeberin der Heftreihe »Lücken kann man lesen« (mit Anna-Lena von Helldorff). Bisher erschienen: der Roman »Rosa“«(DVA, 2002), ausgezeichnet mit dem Alfred-Döblin-Förderpreis 2001, der Erzählungsband »Nichts, was tragisch wäre« (ebd. 2008), das illustrierte Kinderbuch »Emma und Pferd Beere« (Lubok, 2009), der Reportage-Roman »Saisonarbeit« (Spector Books, 2014) und zuletzt das Heft »Fragen für alle« (mit Anke Dyes). 2016 ist sie Stipendiatin der Villa Massimo Rom. Sie lebt in Leipzig.
Mehr unter: www.heikegeissler.de

Montag, 01. August 2016,
11 – 18 Uhr (inkl. Mittagspause)

AUTOMATEN, LASST TAUSEND
BLUMEN BLÜHEN!
FÜR EINE WELT OHNE ARBEIT
(ODER ERSTMAL WENIGER
G A R T E N A R B E I T )

Automaten, lasst tausend Blumen blühen!

Automatenbau-Workshop
mit re_vision medienkollektiv

Vor jedem hochverdienten Sommerurlaub belangen wir FreundInnen und Familie mit der Wässerung unserer zarten Zimmerpflanzen. Doch ist nicht eine Welt vorstellbar, in der alle einfach nur Urlaub machen und solche oder sogar schwierigere Verrichtungen von entzückenden Automaten erledigt werden? Es lohnt sich doch nachzudenken über Zukünfte, die wir uns vorstellen wollen, anstatt uns von ihnen nur in Schrecken zu versetzen. Warum bleibt denn soviel verächtliches, verlassenes Dasein, wenn doch eigentlich schon jetzt so viel Anderes möglich scheint? Dank dem einfachen Zugang zu monströsen Maschinchen und wolkigem Wissen müssen wir ja noch nicht einmal auf hochprofessionelle Lösungen mit glänzenden Gehäusen warten, sondern können bereits heute nach anderen Wegen tasten und an einer vollautomatisierten Luxuswelt für alle basteln – oder zumindest an einer Welt mit weniger Gartenarbeit.

Die erste Hälfte des Workshops soll Möglichkeiten des Denkens über Zukünfte schärfen und das Entrinnen vor hilflosen, oftmals nur einigen Wenigen zugänglichen Rückbesinnungsversuchen ermöglichen. Wenn wir die verzweifelte Suche nach abgenutzten Bremsen hinter uns lassen und über Pfade mit Blick nach vorne spekulieren, könnten wir uns ein vorsichtiges Bild von morgen und übermorgen machen und sogar überlegen, wie wir uns dahin navigieren.

In der zweiten Hälfte machen wir uns die Hände schmutzig, um sie danach ganz entspannt baumeln lassen zu können (oder mit ihnen noch atemberaubendere Apparate zu bauen). Mit Minicomputern, ein paar Schläuchen und Kabeln sowie Open Source Code werden wir kleine Maschinen bauen, die unsere Gedanken nicht nur an unsere einzelnen Yucca Palmen knoten, sondern auch mal für gemeinsame Welten mit tausend Blumen (und weniger trauriger Arbeit) für Alle öffnen. Ist ja vielleicht gar nicht so schwierig und alle können etwas mit nach Hause nehmen.

Anne Koppenburger, Marvin Krühler, Sebastian Lemme und Paul Buckermann sind Teil des //re_vision medienkollektivs. Das Kollektiv arbeitet medienübergreifend zu Fragen zwischen Politik, Kunst und Technologie, es begleitet soziale Kämpfe dokumentarisch und veranstaltet Lesungen, Screenings, Vorträge und Workshops.
Mehr unter: www.revisionmedienkollektiv.de/

Donnerstag und Freitag,
04. und 05. August 2016,
12 – 18 Uhr (inkl. Mittagspause)

THE CURATOR’S UNICORN

THE CURATOR’S UNICORN

Workshop für KuratorInnen, VolontärInnen, KunstvermittlerInnen und KulturarbeiterInnen mit Juliane Schickedanz

Kulturarbeit ist ein Verlustgeschäft, selbst auf Kosten der eigenen finanziellen und zeitlichen Knappschaft. Die Arbeit ist mein Lohn, die Kunst mein Brot. Öffentlichkeitswirksam vermarktet und vom Bildungshunger gebeutelt, strudeln KuratorInnen in eine Spirale schlimmster Lohnverhältnisse. Aber die Ausstellung sieht toll aus. Das ist halt so? – Das wollen wir nicht! In Hängematten schaukelnd mixen wir Protest-Cocktails. Im Workshop werden wir die Arbeitsverhältnisse der KuratorInnen hinterfragen, um Strategien einer zeitgemäßen und funktionalen Solidaritätsstruktur für sowohl selbstständige also auch angestellte KuratorInnen zu entwickeln. Dabei soll es gleichermaßen um die Aktualität der Künstlersozialkasse, die Honorarbeschränkungen von Fördermittelregularien, die AutorInnenschaft von Ausstellungen sowie um die Hierarchie im Kunstbetrieb gehen. Der Workshop richtet sich speziell an KuratorInnen, VolontärInnen, KunstvermittlerInnen oder KulturarbeiterInnen. Ziel ist es eine längerfristige Zusammenarbeit anzustoßen, die im Feld der eigenen Arbeitsweise Möglichkeiten der konstruktiven Kritik, des Austauschs oder der Hilfeleistung entwickelt.

Juliane Schickedanz ist freie KuratorIn in Leipzig. Bis 2012 studierte sie Kunstvermittlung an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Sie arbeitete bisher u.a. als kuratorische Assistentin der Hochschulgalerie der BURG, wissenschaftliche Volontärin des Bielefelder Kunstvereins sowie als Produktionsleiterin des Festivals für Fotografie f/stop in Leipzig. Sie war Graduiertenstipendiatin des Landes Sachsen-Anhalt, wobei sie der Frage nachging, ob die Repräsentation von KuratorInnen in zeitgenössischen Kunstwerken eine neue Form des mittelalterlichen Stifterbildes sei. Ihre Abschlussarbeit an der BURG beschäftigt sich zudem mit dem Autorschaftsverhältnis von KünstlerInnen und KuratorInnen in Ausstellungen.

Montag, 08. August 2016
ab 17 Uhr
Dienstag, 09. August 2016
10 – 13 Uhr

»HUCH!« PLÄDOYER FÜR ALLES,
WAS SICH ›FREMD‹ ANFÜHLT

Huch

Schorsch „Horsti“ Kamerun erklärt mit Musik und Worten

Was ist geworden aus Begriffen wie ›aufregende Gegend‹, ›fremde Welt‹ oder ›besonderes Leben‹? Unsere Gegenwart scheint sich Unkontrolliertes vom Leibe zu halten, einstige raue Gegenden wie ehemals undurchleuchtete Urbanitäten sind jetzt Touristenbusreiseziele. Vieles scheint begehbarer als zuvor und dennoch trommeln Populisten gegen ein Szenario von Bedrohung durch das ›Fremde‹. Wie lässt sich erklären, dass der/die BürgerIn neue Schutzmauern hochziehen will und gleichzeitig auf der Suche ist nach letzter ›Exotik‹? Brauchen wir dringend einen Schuss kräftige ›Entartung‹?! Wer sagt, wo, wie, warum und was wir erleben, erlernen oder gar erarbeiten sollen?

Schorsch Kamerun ist einer der besten 24 Menschen und lebt in Hamburg und Timmendorfer Strand. Seit 1984 ist er Sänger des Hamburger Punkbandkollektivs »Die Goldenen Zitronen«. Er produziert Hörspiele und inszeniert an allen großen, deutschsprachigen Theatern meist selbst geschriebene Stücke. Zusammen mit Rocko Schamoni gründete er den »Golden Pudel Club«. Im Wintersemester 2010/11 war er Gastprofessor an der Akademie der Bildenden Künste München. Im Frühjahr 2016 erschien sein erstes Buch »Die Jugend ist die schönste Zeit des Lebens« (ullstein Buchverlage). Mehr unter:
www.schorschkamerun.de/wordpress/

Freitag, 12. August 2016,
19 Uhr Vorbesprechung und Einführung
Samstag, 13. August 2016,
11 – 18 Uhr (inkl. Mittagspause)

FATBIT – DAS NEUE
A C C E S S O I R E
FÜR DEINEN NEUEN KÖRPER

Fatbit

Schmuck-Workshop mit Nadja Buttendorf

Fitbits, diese kleinen, fast invasiven und stylischen technischen Accessoires die deine körperliche Aktivität und Fitness messen, ermöglichen es uns unsere Körper spielerisch selbst zu optimieren. Sie zählen deine gelaufenen Schritte, deine Herzrate, deine Schlafqualität, deine verbrannten Kalorien und noch weitere persönliche, körperbezogene Daten. Was ist der Antipod von Selbstoptimierung und wie können wir ein anderes System zur Selbstoptimierung entwickeln? Ist es möglich -20 Schritte zu laufen? Wie kann man durch Nichtstun Punkte sammeln? Wie bekommen wir unseren Burger am Fitbit vorbei geschmuggelt?

In dem FATbit-Workshop wandeln wir die Selbstoptimierungsmachinen an unseren Handgelenken in wirklich stylische Anti-Optimierungs-Erweiterungen für unsere Körper um. Das Fitbit betreibt ›self-tracking‹ mit unseren Körpern, also hacken wir das Fitbit! Und das nicht irgendwie und nicht digital, sondern physisch und analog! Du brauchst keine Coding- und Computerskills, das Fitbit wird gestellt!

Nadja Buttendorf ist Schmuck- und Nail Art Künstlerin, spezialisiert in Fragen zu posthumanem Schmuck, kybernetischen Erweiterungen des menschlichen Körpers und alienspekulativen Szenarien. Sie ist Gründungsmitglied des Cyborgs e.V. Berlin und hat den Begriff »Explant« eingeführt. Sie studierte an der Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design Halle.
Mehr unter: www.nadjabuttendorf.com/










0 1 – 0 6
s e p – o k t

Do, 13 – 19 Uhr
Sa + So, 16 – 19 Uhr
Eröffnung
Donnerstag, 1. September, 18:30 Uhr

DIANA POLICARPO
SUN IN CANCER

Sun in Cancer

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Welche Meisterwerke von KünstlerInnen bleiben präsent? Wie kommt es, dass wir selbstverständlich John Cage kennen, aber die Komponistin Johanna Beyer voraussichtlich nicht, obwohl sie maßgeblich daran beteiligt war, der elektronischen Musik bereits in den 1930er und 1940er Jahren den Weg zu ebnen? Wer bestimmt die Klassiker unserer Kulturgeschichte? Und welche Rolle spielen Geschlecht, Herkunft und Status dabei? Diesem Missverhältnis aus künstlerischer Evidenz und Geschichtserzählung geht Diana Policarpo in ihrer Ausstellung „Sun in Cancer“ im lAb Artists Unlimited nach. In Bielefeld präsentiert die Künstlerin zum ersten Mal die Ergebnisse ihres zweijährigen Rechercheprojektes zur deutsch-amerikanischen Avantgarde-Komponistin Johanna Beyer.

Johanna Beyer wurde 1888 in Leipzig geboren, wo sie ebenfalls am Musikkonservatorium, der heutigen Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“, studierte. Anfang der 1920er Jahre wanderte sie nach Amerika aus. In New York lebte sie für fast zehn Jahre in der Gartenstadt Sunnyside Gardens Historic District in Queens. Das politische Credo dieser Umgebung – sozialistische Lebenskonzepte, gleiche Mitbestimmung aller BewohnerInnen, Einklang von Natur- und Stadtraum, Aufbegehren gegen bestehende gesellschaftspolitische Strukturen – prägten auch Beyers musikalische Arbeit. Sie stand in privatem sowie professionellem Kontakt unter anderem mit den KomponistInnen und MusikerInnen Ruth Crawford, Charles Seeger, John Cage und Henry Cowell sowie mit der Aktivistin Bertha Reynolds. 1938 stellt man bei ihr die nicht heilbare Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose fest, an der sie 1944 starb. Bis zu ihrem Tod arbeitete sie an der politischen Oper „Status Quo / Music of Spheres“. Ein kleiner Teil der zu entziffernden Notationen des unvollendeten Stückes wurden erst 1977 uraufgeführt und vertont. Die restlichen Aufzeichnungen sind ausschließlich als graphische Notationen oder Notizen erhalten geblieben.

Die Ausstellung „Sun in Cancer", eine Anlehnung an Beyers Tierkreiszeichen, kann als Kooperation zwischen Diana Policarpo und Johanna Beyer verstanden werden. Diana Policarpo führt in jener retrospektiven Zusammenarbeit die Oper "Status Quo / Music of Spheres" fort, um anhand Beyers Leben und Werk auf die Mechanismen und Machtstrukturen exkludierender Geschichtsschreibung hinzuweisen. Als bildende Künstlerin und Noise-Musikerin komponiert und vertont Policarpo in ihren Arbeiten zeitbasierte Fragmente für polyrhythmische Soundskulpturen und performative Installationen. Ihr Interesse umspannt Improvisation, neue Kompositionsmethodik, die physische Erfahrung von Sound, die Frage wie Klang sich ausbreitet und sich zu Licht, Resonanz, Rhythmus, Geschwindigkeit und Berührung verhält. Oftmals entwickelt sie ihre Werke ausgehend von unbekannten, queeren Biographien, historischen Ereignissen, Science-Fiction-Literatur oder Musik. Beyers Interesse für Astrologie und politischen Aktivismus stellen den Ausgangspunkt für Policarpos Motivation dar, die Persönlichkeit, Biographie und auch das unvollendete Werk der Komponistin zu rekonstruieren. Johanna Beyer verstand Rhythmus und Klang als elementare Gegenspieler in der Musik, Natur und im Kosmos. Ähnlich beschrieb es bereits Pythagoras, der der Überzeugung war, dass der Kosmos eine durch mathematische Proportionen optimal geordnete Ganzheit sei und dass sich daher in der Astronomie die gleichen Gesetzmäßigkeiten zeigen wie in der Musik.

Auch in „Sun in Cancer“ wird die Auseinandersetzung mit dem Leben und Werk Beyers und die damit assoziierten Fragestellungen maßgeblich über Sprache und Klang in Beziehung zum Ausstellungsraum und den Körpern der BesucherInnen verhandelt. Die Scheiben des lAbs sind fast gänzlich mit blauer Folie kaschiert und tauchen somit sowohl die Exponate als auch alle Anwesenden in ein gefärbtes Licht. Die gezeigten Arbeiten von Diana Policarpo sind Momente, Archiveinheiten sowie Reinterpretationen von Johanna Beyers Werk. Dabei ist Policarpos Arbeitsweise nicht allein ein Akt der Aneignung, sondern vielmehr eine Reflektion und Fortführung, die in der musikalischen und installativen Gegenüberstellung ebenfalls Policarpos eigene Kämpfe als weibliche Künstlerin in dem männlich dominierten Genre des Noise verhandelt. Zentral im Raum stehen vier Sitzskulpturen, in die auf Kopfhöhe Lautsprecher eingelassen sind und damit einen intimen Moment der Rezeption erlauben. Zu hören sind von Johanna Beyer verfasste Gedichte, Briefwechsel, Texte zu ihrer Oper, Alltagsnotizen oder Kurzgeschichten, die sowohl von Diana Policarpo selbst als auch einer deutschen Sprecherin vorgetragen werden. Um die Soundskulpturen verteilt stehen aus Metall geschweißte, verräumlichte Notationen von Diana Policarpo, die in ihrer Formsprache das graphische Repertoire von Johanna Beyer aufgreifen und zugleich auf den Akt der Neuinterpretation hinsichtlich des im Raum zu hörenden Musikstückes anspielen. Die 6-Kanal-Audio-Installation ist eine elektronische Komposition von Diana Policarpo, die anhand von Beyers Notizen, graphischen Notationen sowie ihrer Biografie den bislang veröffentlichten und gerade erhalten gebliebenen Teil der Oper fortführt. Damit ist die Ausstellung auch eine Thematisierung vom Spielraum der Interpretation im Rahmen von kollektiven und offenen Strukturen.

Die Ausstellung "Sun in Cancer" im lAb Artists Unlimited ist die erste Station von Diana Policarpos Projekt zur Komponistin Johanna Beyer. Die Ausstellung wandert 2017 in weiterentwickelter Form nach Leipzig in den KV. Zudem arbeitet die Künstlerin an einer Neuinterpretation der nächsten 30 Minuten von Beyers unvollendeter Oper „Status Quo / Music of Spheres“, die ebenfalls im kommenden Jahr gemeinsam mit dem Peckham Chamber Orchester unter der Leitung von Hannah Catherine Jones in London uraufgeführt wird.

Diana Policarpo (*1986 in Lissabon) lebt und arbeitet in London und Lissabon. 2013 erlangte sie ihren Master am Goldsmiths, University of London. Jüngste Ausstellungen, Veranstaltungen und Performances umfassen: Pairing Down, Peninsula Gallery, New York (2015); Body Meets City, New York (2015); Super Woofer, Matt's Gallery, London (2015); (Dis)Identifications, ICA, London (2015); Visions of Excess, Xero Kline & Coma, London (2015); Does Not Equal, W139, Amsterdam (2015), Mai Im Januar, Shau Fester, Berlin (2015); Beating Back Darkness, Kunsthalle Baden-Baden; Sound Works by Women Artists, Goldsmiths College, London (2014) und General Strike, The Mews/Art Review, London (2014). 2015 erhielt sie ein Stipendium der Calouste Gulbenkian Fundation, um die Arbeit der deutsch-amerikanischen Komponistin Johanna Magdalena Beyer in New York in einem fünfmonatigen Residency-Aufenthalt zu erforschen.

Kuratiert von
Anna Jehle + Juliane Schickedanz

DJ-Workshop (Grundlagen)
Samstag, 1. Oktober 14 – 18 Uhr
für Mädchen von 12 bis 18 Jahren

G R R L S
AN DIE TURNTABLES !

DJ Workshop

mit supaKC (DJ und Produzentin)
Wie funktioniert der DJ-Mixer und CD-Player? Wie funktioniert eine professionelle Anlage? Wie mixt man? In dem Workshop sollen erste Grundlagen zum Auflegen mit CDs vermittelt werden. Erst geht es an den Technikaufbau und die Bedienung der Geräte, dann in einem praktischen Teil ums Mixen. Hier könnt ihr euch dann selber ausprobieren und ein paar eurer mitgebrachten Lieder auflegen und zusammenwischen.

!! Die Teilnahme am Workshop ist kostenfrei und ist auf nur fünf Mädchen beschränkt !! Bitte bringt eure eigene Musik auf einem USB-Stick mit. Anmeldung unter:
info@lab-artistsunlimited.de

Konzert
Mittwoch 14. September, 19:30 Uhr
bei Artists Unlimited / Fahrradflur
(August-Bebel-Str. 94, 33602 Bielefeld
Eingang über den Hinterhof / August-Schröder-Straße)

D I N N E R

Dinner

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DINNER, das ist der aus Kopenhagen stammende Produzent und Musiker Anders Rhedin. Die One-Man-Show steht für 80er-Pop meets Stadion Rock Hymne oder Miami Vice meets David Lynch meets John Maus und das alles aufgezeichnet auf VHS oder so

Seine dunkle Stimme klingt ein wenig wie die männliche Version Nicos. Er könnte ein Popstar aus einem Paralleluniversum sein, etwas Okkultes und gleichzeitig Albernes haftet seinen Stücken und auch seiner Performance an, Melancholie findet sich neben Größenwahn, er scheut die großen - und überraschend eingesetzten - Gesten nicht und dennoch bleibt eine erfrischende Selbstironie unverkennbar.

Mehr unter: https://dinnerct.bandcamp.com/

Eintritt auf Spendenbasis!

ÜBER DAS lAb

In der Form von Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und diversen Veranstaltungs-, Vermittlungs- und Kooperationsformaten will das lAb über die Entgrenzung von Kunstinstitutionen nachdenken. Demzufolge hat es sich das lAb zur Aufgabe gemacht einen offenen Ort der Kulturproduktion und Kunstrezeption in einer prozesshaften Annäherung zu erproben. Dabei soll ein Raum des Experimentierens geschaffen werden, der Modelle alternativen Wissens einbindet und sich über eine ständige Neuverhandlung und Verwerfung definieren darf. Dabei ruft das lAb insbesondere die Tatsache ins öffentliche Bewusstsein, dass sich urbane Identitäten, sowohl durch Migrationsbewegungen als auch durch globale Vernetzung, aus Versatzstücken unterschiedlicher regionaler sowie internationaler Wertesysteme zusammensetzen.

Das lAb ist im Bielefelder Stadtteil Brackwede verankert und möchte dort unterschiedlichste KooperationspartnerInnen einladen am Entstehungsprozess von Projekten und deren Umsetzung mitzuwirken. Gleichzeitig möchte es den Fragen nach der Beschaffenheit und den Anforderungen eines Kulturraums, abseits von traditionellen Museen oder der zeitgenössischen Kunstblase, nachgehen: Wie kann ein Raum geschaffen werden, der offene Denk- und Diskussionsräume für ein vielfältiges Publikum herstellt? Was funktioniert für den speziellen Standort Brackwede und welche generellen Strategien können davon für Kunst- und Kulturräume in der Peripherie abgeleitet werden? Welches Potential birgt die Peripherie hinsichtlich kollaborativer, unkonventioneller und handlungsaktivierender Möglichkeiten eines Kunstraumes?

Der Träger des lAbs ist das 1985 in Bielefeld gegründete Künstlerhaus Artists Unlimited. Sein 30-jähriges Jubiläum nimmt der Verein zum Anlass sich mit der veränderten Stadtrealität von Bielefeld seit seiner Gründung und dem eigenen Wirken innerhalb gesellschaftlicher sowie urbaner Kontexte auseinanderzusetzen. Vor diesem Hintergrund bespielt Artists Unlimited den Pavillon des Bezirksamts Brackwede unter dem Namen lAb von Oktober 2015 – Dezember 2016 in zwei thematischen Projektphasen.

Mehr Informationen zu Artists Unlimited:
artists-unlimited.de

Das lAb

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ÖFFNUNGSZEITEN


Do 13 – 19 Uhr
Sa + So 16 – 19 Uhr

Soweit nicht anders ausgewiesen hat das lAb auch an Feiertagen geöffnet.


Der Eintritt zu den Ausstellungen ist kostenfrei. Veranstaltungstermine finden Sie unter dem jeweiligen Projekt. Alle Veranstaltungen soweit nicht anders ausgewiesen sind kostenfrei.

Anfahrt


Stadtbahn: Linie 1 – Richtung Senne, Haltestelle Gaswerkstr.

TEAM

Künstlerische Leitung und Geschäftsführung

Anna Jehle

Kuratorische Assistenz

Amelie Befeldt

Konzeption und Gestaltung

AG16

Büro für konkrete Sprache

Dorian Döding
Uwe Zehr

Bezirksamt Brackwede

Marina Arens
Ina Trüggelmann
Kathrin Sorge

Installationsteam

Timo Katz
Uli Schallenberg

AusstellungsfotografInnen

Lucie Marsmann
Michael Kohls

Programmierung und Betreuung Webseite

Mathias Lam

Hausmeister

Michael Thoms

Reinigungskräfte

Monika Pügge
Roswitha Zahn

Komplizen

Sarah Kindermann

PARTNER

Gefördert durch die Stiftung Kulturwerk der VG-Bild Kunst:


Partner Logos

Gefördert durch:


Partner Logos

Partner Logos

Partner Logos

Partner Logos

Kooperationspartner:


Partner Logos

BONUS+SPACE

Über den gesamten Zeitraum der Zwischennutzung bis Ende 2016 lädt das lAb kulturelle und nicht kulturelle Initiativen und Personen aus Bielefeld und Brackwede ein, den Pavillon und seinen Außenbereich als Plenums- Probe-, Arbeits- und Aufführungsort für regelmäßige oder einmalige Termine kostenfrei zu nutzen. Jeden Mittwoch von 16 – 22 Uhr (und gegebenenfalls nach Absprache) steht der Raum zur freien Verfügung. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir den Wissensbegriff eines Kunstraumes erweitern.

Kontaktieren Sie uns mit Ihren Vorschlägen unter info@lab-artistsunlimited.de
oder telefonisch unter +49 (0)521.515 298
Do 13 – 19 Uhr

Bitte beachten Sie, dass das lAb normalerweise nicht vollkommen leer, sondern mit einer Ausstellung bespielt ist. Eine Anfrage ist ab 14 Jahren möglich.



BONUSSPACE

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Büro für konkrete Sprache

Das Büro für konkrete Sprache ist ein Vermittlungstool und gleichzeitig ein Publikationsprojekt des lAbs, das der BesucherInnendienst zu den Öffnungszeiten der Ausstellungen verantwortet. Wer hat die Deutungshoheit über Ausstellungen, welche Sprache wird in der Vermittlung von Ausstellungen verwendet und welche Machtverhältnisse werden dadurch aufrechterhalten? Wer darf ExpertIn sein und wer nicht? Welches Wissen wird beim Reden über zeitgenössische Kunst zugelassen?

Jede Ausstellung im lAb wird von einem Text begleitet, der in Zusammenarbeit mit dem BesucherInnendienst, den KünstlerInnen oder anderen TeilnehmerInnen entwickelt wird. Dabei sollen unterschiedliche gestalterische, sprachliche und formale Strategien entwickelt werden, die die Versprachlichung von Kunst untersuchen. Deutungshoheiten sollen hierbei offengelegt, Mehrstimmigkeit zugelassen und im Dialog mit verschiedensten TeilnehmerInnen eine eigene Ausdrucksform für jede Ausstellung versucht werden. Zum Ende der Zwischennutzung des Pavillons wird eine kleine Publikation entstehen, welche die Texte aller stattgefundenen Ausstellungen gesammelt veröffentlicht.

UNTERSTÜTZEN !

Artists Unlimited
Bank: Sparkasse Bielefeld
IBAN: DE84 4805 0161 0000 1236 12
BIC: SPBIDE3BXXX

LAB LOGO

IMPRESSUM

Artists Unlimited e.V.
August-Bebel-Str. 94
33602 Bielefeld
Germany

Registergericht: Amtsgericht Bielefeld

Registernummer: 20 VR 2317

Impressum:

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Quelle: eRecht24.de – Rechtsberatung von Anwalt Sören Siebert

cypher

N E U T R A L I S I E R E N

Kathrin Busch

Unter dem Titel Das Neutrum hat Roland Barthes Ende der 1970er Jahre am Collège de FranceVorlesung gehalten, die eine bemerkenswerte Ästhetik enthält1. Ihn interessieren Phänomene, die insofern neutral sind als sie geläufige Paradigmen außer Kraft setzen. Als neutral gelten solche Dinge, in denen sich die Gegensätze entkräftet haben, Zustände, die in der Schwebe gehalten werden: weder bejahend noch verneinend, weder männlich noch weiblich, nicht aktiv oder passiv, sondern irgendwie dazwischen: in nicht einfach einzuordnender Weise weder das eine noch das andere. Die Neutralisierung ist für Barthes ein Verfahren höchster Intensivierung, schärft es doch die Sensibilität. Denn entfallen erst einmal die einfachen Zuschreibungen, dann öffnet sich ein ganzes Spektrum von Abstufungen und Zwischenformen, die neue Beschreibungsweisen erfordern. Statt der üblichen Polaritäten werden Nuancen sichtbar, statt auf Extreme richtet sich das Begehren auf die Feinheiten. Was Barthes die »Leidenschaft des Neutrums«2 nennt, ist daher das starke Begehren, Figuren der Ambiguität und Zweideutigkeit einzurichten. Dieses Begehren widersteht dem Wunsch, der Dinge durch einfache Kategorien habhaft zu werden, es verzichtet auf das Habenwollen. Dieser Verzicht ist nun wiederum nichts Fixes. Neutralisieren besteht in einem beständigen Vollzug der Aufhebung und in einem wiederholten Zuhalten auf das, was es in den Dingen an Unbestimmtem gibt. Denn der Effekt des Neutralen besteht nicht einfach darin, von einer Sache zu ihrem Gegenteil überzugehen, als wollte man blendendes Weiß durch absorbierende Schwärze abmildern, sondern heißt, in den prekären Ununterschiedenheiten Platz zu nehmen.3 Neutral ist also jenseits von dem Einen oder dem Anderen noch etwas anderes: etwas ganz anderes, dessen Anderssein vervielfacht wird. Maurice Blanchot, von dessen Texten zum Neutralen Barthes ausgeht, verortet die Leidenschaft des Neutrums in einem Begehren nach dem Unbekannten.4 Eben das sei das eigentlich künstlerische Anliegen: in Bezug zum Unbekannten zu leben, das Bekannte neutralisierend außer Kraft zu setzen und sich dem Unabgesicherten zu verpflichten, das sich den begrifflichen und visuellen Rastern entzieht und die Ordnungen, Gesetze, Anmaßungen und Bemächtigungen suspendiert.5 Als künstlerisches Verfahren meint Neutralisieren also durch wohlkalkulierte Unentscheidbarkeiten jene subtilen Zustände herzustellen, die es nicht mehr erlauben zu kategorisieren und den Anschauungen Begriffe zuzuordnen – dieses Unfasslich-werden wird in einer Ästhetik des Neutrums nicht mittels überwältigender Erfahrungen hergestellt, sondern durch eine bis zur Auflösung intensivierte Nuancierung oder eine zur Unschärfe potenzierte Ambiguität.6 Das Neutrum ist eine ästhetische Strategie, alle Formgebung durch partielle Formauflösung zu verfeinern: etwas Unförmiges, das sich aus dem System dualistischer Zuordnungen ebenso befreit wie von dem Glauben, durch Radikalismen etwas zu bewirken. Denn Neutralisieren bedeutet, sich zu weigern, eindeutige Positionen zu beziehen und stattdessen über das Widersprüchliche hinaus, Zustände der Ungewissheit einzurichten. Diese Schwebezustände, die Wahrnehmungsicherheiten und Handlungsklarheiten zerstäuben, führen nach Barthes zu einer Steigerung des »Zartgefühls«7. An die Stelle ästhetischer Effekte tritt die Aufmerksamkeit für das Noch-Ungeschiedene, das Gattungslose, Unbegriffliche oder Rohe und zwar im Zustand einer offenen, fast wunden Intensität.



––––

1) Roland Barthes, Das Neutrum. Vorlesung am Collège de France 1977-1978, übers. v. Horst Brühmann, Frankfurt a. M. 2005
2) Barthes, Das Neutrum, S. 43.
3) Vgl. Barthes, Das Neutrum, S. 98ff.
4) Maurice Blanchot, Das Neutrale. Philosophische Schriften und Fragmente, Zürich/Berlin 2010, S. 15.
5) Vgl. Barthes, Das Neutrum, S. 43.
6) Eine Ästhetik des Neutralen setzt weder auf Immersion noch auf Distanz und ist weder aufseiten der Affizierung noch aufseiten der Reflexivität zu verorten.
7) Vgl. Barthes, Das Neutrum, S. 67ff.

WHAT’S GOOD?
(BRUTAL CUT)

Anja Kaiser und Katharina Merten

A journey underneath the surface of pop featuring speeches taken from interviews, documentaries and p0rn. Short summary of an audiovisual performance by Anja Kaiser (V) and Katharina Merten (A).


SIX SENTENCES
FROM THE INSTITUTION‘S
INVITATION TEXT
RE-CONTEXTUALIZED

Angélique Pailler ((/ ((, 2016

TUTTI – A SCORE
FOR 19 VLOGGERS

Anahita Razmi

„Tutti - A Score for 19 Vloggers“ (2015 / Online-Version) verweist auf die Rede im Internet. In der Arbeit lesen Youtube-VloggerInnen Ausschnitte aus politischen Reden vor, die sich in einem Chor verdichten.

#SPEECH 01

#SPEECH 02

#SPEECH 03