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normcore

NORMCORE

Das erste Projekt des lAbs in Brackwede umfasst eine Ausstellung, ein Filmprogramm sowie verschiedene öffentliche Veranstaltungsformate, die von Oktober 2015 bis Februar 2016 realisiert werden. Das lAb nutzt den Begriff Normcore in diesem Zeitraum als selbstreflexives Werkzeug, um über die Konstruktion von Normen und Identitäten nachzudenken. Im digitalen Zeitalter und als Folge von Globalisierungsprozessen werden Gruppenzugehörigkeiten in einer weniger stringenten und teils auch widersprüchlichen oder flexiblen Weise zum Ausdruck gebracht. Fragen nach (Selbst-)Darstellung, Zugehörigkeit, Vernetzung oder auch Abgrenzung stehen somit im Mittelpunkt der Untersuchung.
Der Begriff Normcore soll während der Laufzeit sukzessiv besetzt, kritisch bewertet und neu herausgearbeitet werden. Dabei spielt das gemeinschaftsstiftende Potential des Begriffs, ebenso wie die soziologische Haltbarkeit dieses Potentials, für die Verhandlung von demokratischen, post-nationalstaatlichen Identitäten eine Rolle. Dem Projekt ist es ein Anliegen, kulturelle und soziale Hierarchien dabei nicht hervorzuheben, sondern vielmehr deren reale Verflechtungen im Stadtteil zu ergründen.



Der Blog innerhalb der lAb-Webseite wird die kritische Auseinandersetzung um Assoziationen mit dem Begriff Normcore durch Beiträge von KünstlerInnen und TheoretikerInnen erweitern und gegen die Kontrastfolie der Besetzung des Begriffs in Brackwede spiegeln.

Ausstellung

ART N MORE BIELEFELD

ART N MORE

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Ausstellung von ART N MORE
19. November 2015 – 31. Januar 2016
Eröffnung: Do, 19. November 2015,
ab 18.30 Uhr

Der Grafiker Paul Bowler und der Maler Georg Weißbach arbeiten seit 2013 als Kollektiv unter dem Namen ART N MORE zusammen. In ihren Installationen, die zahlreiche künstlerische Medien wie Malerei, Video, Druckgrafik und textbasierte Wandarbeiten umfassen, bedienen sich die beiden Künstler einer populären Bildsprache. Diese ist einerseits an Werbung und anderseits an Selfies, wie sie in sozialen Netzwerken hochgeladen werden, angelehnt. Floskeln des Alltags und eigens erschaffenen Slogans, die in den unterschiedlichen Medien verwendet werden, erinnern in Inhalt und Form an Marketingstrategien oder entfremdete zwischenmenschliche Kommunikation. Auf humorvolle Weise spielen sie mit den möglichen Missverständnissen bei der Verwendung jener Techniken der Selbstvermarktung und Selbstdarstellung als künstlerische Praxis. Ihre Arbeiten changieren zwischen kritischer Beobachtung dieser Art von Kommunikation und der scheinbar vollkommenen Verschmelzung mit ihr. Die Grenze zwischen Inszenierung und Authentizität scheint zu verwischen. Die ortsspezifische Installation im lAb ist maßgeblich von Brackwede und den architektonischen Vorgaben des Pavillons inspiriert.

Öffnungszeiten
Do + Fr, 11 – 19 Uhr
Sa + So, 16 – 19 Uhr
Winterpause:
21. Dezember 2015 – 10. Januar 2016

Veranstaltungen

Alle Tage

Alle Tage

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Performatives Forschungsprojekt von Amelie Befeldt
05. November 2015 – 07. Februar 2016
Jeden Donnerstag, 15 – 19 Uhr

Was ist Alltag? Wie funktioniert Alltag? Wie entsteht Alltag abseits von konventionellen Vorgaben, wie beispielsweise einem Vollzeitjob? Diesen und ähnlichen Fragen wird die Künstlerin Amelie Befeldt für den Zeitraum von drei Monaten in Brackwede nachgehen. Brackwede selbst soll dabei sowohl Forschungsfeld als auch Ort des Geschehens werden. BesucherInnen, PassantInnen und BewohnerInnen können aktiv an dem Projekt teilhaben. Über verschiedene Versuchsanordnungen, wie beispielsweise ein Praktikum der Künstlerin im Alltag eines Anderen oder einer Umstrukturierung ihrer eigenen Routine, soll der Begriff Alltag hinsichtlich der Aspekte Struktur, Zugehörigkeit, Veränderung und Identität untersucht werden. Basis und Dokumentationsplattform für die verschiedenen Ansätze wird ein Büro im lAb werden. Dort können alle Interessierten Amelie Befeldt ab dem 05. November 2015 regelmäßig donnerstags von 15 – 19 Uhr antreffen. Oder Sie begegnen ihr zufällig auf der Straße, in der Bahn oder beim Bäcker – im Alltag eben.

Skizzen und Recherche unter:
ameliebefeldt.wordpress.com

+ + + OPEN CALL + + + OPEN CALL + + +

Alltage für ein Kurzpraktikum gesucht! Bei Interesse bitte melden unter
amelie.befeldt@gmx.de

EIN BILD ABGEBEN

Alle Tage

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Brackweder Fotostudio mit Lucie Marsmann und Meller Ehlert
Sa, 31. Oktober 2015, 14 – 19 Uhr
Do, 17. Dezember 2015, 15 – 20 Uhr
Sa, 16. Januar 2016, 14 – 19 Uhr

An drei Terminen können sich die BesucherInnen von den Künstlerinnen Lucie Marsmann und Meller Ehlert im lAb porträtieren lassen. Einzelpersonen, Familien, Freunde oder Firmenbelegschaften entscheiden selbst wie sie fotografiert werden wollen. Wie sieht man sich gerne auf Bildern dargestellt? Wie stehen Personen und Requisiten zueinander? Welche Rolle spielen fotografische Bilder im Leben der Porträtierten? Es können jegliche Gegenstände, Haustiere oder Kleidungsstücke zur persönlichen Inszenierung der Fotografien mitgebracht werden.

FRISEUR MATE KROATE

Friseur Mate Kroate

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Präsentiert von Michael Kohls
Sa, 21. November 2015, 12 – 18 Uhr

Das Kennenlernen von MitbürgerInnen sowie der Austausch von informellem Wissen findet häufig außerhalb von institutionellen Strukturen statt. Der Friseur Mate Kroate und sein Team nutzen das Potential eines Friseursalons als interaktiver Raum, der soziale Netzwerke herstellen und sichtbar machen sowie einen Ort des Austausches über persönliche Lebens- und Arbeitsbedingungen darstellen kann. Im Rahmen des Projekts wird das lAb in einen temporären Friseursalon verwandelt und die Öffentlichkeit wird eingeladen einen gratis Haarschnitt von professionellen FriseurInnen zu erhalten. Dabei sollen insbesondere Menschen, die neu in der Nachbarschaft sind, angesprochen werden, um auf ungezwungene Weise in Kontakt mit ihren MitbürgerInnen zu kommen. Für Verpflegung und Musik ist gesorgt.

ITACA

Itaca

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Konzert
Sa, 12. Dezember 2015, 19 Uhr

Licht blitzt durch den Nebel, die zwei Glitzergestalten heben ihre Arme, um im Applaus zu versinken. Zu reißenden Synthesizern entfaltet sich ein buntes Spektrum von theatralen Gesten. Die Menge wiegt sich in einem emotionalen Tornado: Die Legende sagt, man habe während der Konzerte von Itaca Hipster mit Punks schmusen und Senioren mit Teenagern extatisch tanzen sehen. Beeinflusst von den italienischen Liedermachern der 1970er Jahre, dem Europop der 1980er und dem Avant-Electro der Jahrtausendwende, gründeten Ossi Viola und Lo Selbo die Band Itaca in Berlin und unterhalten seither mit äußerst tanzbarem Neo-Italo Pop.

SWEET MELLOW SUE

Sweet Mellow Sue

Die Theater-Soap aus Brackwede von Christine Jodar
Casting: Mo, 18. Januar 2016, 19 Uhr
Proben: ab Ende Januar 2016
Aufführung: drei Termine 2016 (tba)

Lust zu schauspielern oder Backstage zu helfen? Für die Neugründung einer Theatergruppe werden Menschen jeden Alters (ab 14 Jahren) gesucht. Es ist keine Schauspielerfahrung notwendig. Das Casting findet am 18. Januar um 19 Uhr statt. 2016 wird das Ensemble dann an drei Terminen improvisierte Episoden einer Theater-Soap aufführen. Das Bühnenbild wird von den TeilnehmerInnen gemeinsam mit einer Bühnenbildnerin gestaltet. Die moderne Frauenfigur Sweet Mellow Sue, die dem Projekt seinen Titel gibt, ist tief verwurzelt in der Theatertradition der Commedia dell´Arte. Basierend auf der Rolle der Colombina, vor allem aber auf Goldonis Mirandolina, setzt die Theatergruppe mit Sweet Mellow Sue die Reihe unabhängiger, Stücke prägender Frauen bis in die heutige Zeit fort. Ebenfalls entspricht das Format einer live gespielten Soap der Tradition des Stehgreifspiels. Ohne geschriebenen Text, erarbeiten und improvisieren die AkteurInnen die Handlung jeder Folge.

Sweet Mellow Sue ist jung und steht mitten im Leben. Sie begegnet allem und jedem mit Witz, Humor, Phantasie, Weisheit und Leichtigkeit. Sie liebt Süßigkeiten. Aber nicht so wie jeder von uns eben Sü.es mag, sie liebt sie grundsätzlich, in jeder Form, aus allen Ländern und Kulturen, weltweit, mit großem Wissen über Geschichte und Herstellung. Eines Tages erfindet Sie durch Zufall „Honey Tracks“ und ihr Leben bekommt eine neue Richtung. Sweet Mellow Sue liebt ihre Unabhängigkeit und gleichzeitig die Liebe. Bisher war das kein Problem für Sie. Aber wird das auch so bleiben?

+ + + OPEN CALL + + + OPEN CALL + + +

Casting 18. Januar 2016, 19 Uhr! Keine Anmeldung erforderlich.

BÜROKRATEN PHILOSOPHIEREN

Buerokraten

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Betriebsausflug mit Rosalie Schweiker
So, 31. Januar 2016, 15 Uhr
In Kooperation mit dem Bielefelder Kunstverein

Die Diskussionsreihe Bürokraten philosophieren erarbeitet Thematiken, die für Kulturpolitik und Kulturarbeit in der Peripherie von Bedeutung sein können. TeilnehmerInnen sind interessierte BezirksamtsmitarbeiterInnen und KulturproduzentInnen aus Brackwede. Zum ersten Termin der Reihe stellt die Künstlerin Rosalie Schweiker ihre Arbeitsweise und aktuelle Ausstellung im Bielefelder Kunstverein vor. In ihren Projekten schafft die Künstlerin Orte für eine alternative Wissensvermittlung, bei denen die BesucherInnen zur aktiven Teilnahme eingeladen sind. Im Bielefelder Kunstverein wird Rosalie Schweiker einen Showroom für BHs in den Größen DD bis N eröffnen. Der BH wird dabei als Symbol für politische Selbstermächtigung, Körpernormierung und Feminismus reflektiert. Indem Rosalie Schweiker den Ausstellungsraum zu einem nichtkommerziellen BH-Geschäft umfunktioniert, lassen sich für sie jene Fragen gleichermaßen auf die Funktionsweisen und Ausschlussmechanismen des Kunstbetriebs übertragen. „DD+“ steht für die Nutzung von Kunstinstitutionen als Denk- und Handlungsräume für kollaborative, übergroße und unkonventionelle Ideen.

Bei Interesse bitte anmelden unter
info@lab-artistsunlimited.de

STRIKE A POSE

Voguing

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Voguing Tanz-Workshop mit einem Mitglied von The House of Melody
Sa, 06. Februar 2016, 14 – 18 Uhr

Der Tanzstil Voguing entstand zu Beginn der 1980er Jahre in der New Yorker Homosexuellen- und Transgender-Szene. Voguing war eine Bewegung, die untrennbar mit Mode und Luxus — entsprechend stammt die Bezeichnung von der Modezeitschrift Vogue — sowie mit Ideen von sozialer und ökonomischer Mobilität verbunden war. Der Tanzstil, der als Wettbewerb in Bällen ausgetragen wurde, ist gekennzeichnet durch dramatische Handbewegungen, Drehungen und Posen, wie sie in Modemagazinen oder auf dem Laufsteg zu finden sind. Es gab aber auch andere Kategorien der Imitation wie „Manager“ oder „Student“. Die imitierten weißen, heterosexuellen Vorbilder standen für die verwehrte gesellschaftliche Teilhabe. 1990 wurde Voguing populär und ist in den letzten Jahren von TänzerInnen jeglicher sexueller Orientierung wiederentdeckt worden. Vielleicht weil die Vielfalt der Darstellungen Identität als etwas Flexibles begreift, sich einer eindeutigen Festschreibung verweigert oder weil Selbstdarstellung als gesellschaftliche Forderung omnipräsent ist?

Der Workshop ist ein Einführungskurs in den Tanzstil an einem einmaligen Termin. Er ist für Menschen jeden Alters (ab 14 Jahren) geeignet. Es ist keine Tanzerfahrung notwendig.

Bei Interesse bitte anmelden unter
info@lab-artistsunlimited.de

FILMPROGRAMM

GRAND MASTER NORM

Filmprogramm an unterschiedlichen Orten im Stadtteil Brackwede mit
ART N MORE, Stefan Hurtig, Hanne Lippard, Julika Rudelius, Christoph Schlingensief und Jana Schulz
19. Oktober – 01. November 2015

Für zwei Wochen werden sieben verschiedene Videoarbeiten sowohl auf den Glasflächen des lAbs als auch in öffentlichen Gebäuden und Geschäften des Brackweder Stadtzentrums zu sehen sein. Thematisch beschäftigen sich die KünstlerInnen auf unterschiedliche Art und Weise mit gesellschaftlichen Normen und dominanten Verhaltens- und Wahrnehmungsmustern. Fragen nach dem Umgang mit benachteiligten und ausgegrenzten Menschen, nach Parallelwelten, Identitäten, Rassismus sowie nach Bürokratie und zwanghaften Erfolgsmaßstäben werden dabei angesprochen.



Blaue Perle

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Jana Schulz, Blaue Perle, 2014,
11:28 Min., Courtesy die Künstlerin

Foyer des Bezirksamts Brackwede
Germanenstraße 22
33647 Bielefeld

Hyper

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Stefan Hurtig, Hyper, 2015,
07:41 Min., Courtesy der Künstler

Jobcenter im Bezirksamt Brackwede
Germanenstraße 22
3. OG / Wartebereich
33647 Bielefeld

Basement

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ART N MORE, Basement, 2014,
22:07 Min., Courtesy die Künstler

lAb Artists Unlimited
Germanenstraße 22
33647 Bielefeld

Your Blood Is As Red As Mine

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Julika Rudelius,
Your Blood Is As Red As Mine, 2004,
15:56 Min., Courtesy die Künstlerin

Freakstars 3000 – Der Film

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Christoph Schlingensief,
Freakstars 3000 – Der Film, 2003,
74 Min., Courtesy Filmgalerie 451

Stadtteilbibliothek Brackwede
Germanenstraße 17
1. OG
33647 Bielefeld

Adrift

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Julika Rudelius, Adrift, 2007,
04:50 Min, Courtesy die Künstlerin

Kleine Textilpflege
Hauptstraße 113
33647 Bielefeld

Beige

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Hanne Lippard, Beige, 2010,
06:05 Min., Courtesy die Künstlerin

F. Kahl – Friseursalon
Hauptstraße 144
33647 Bielefeld

ÜBER DAS lAb

In der Form von Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und diversen Veranstaltungs-, Vermittlungs- und Kooperationsformaten will das lAb über die Entgrenzung von Kunstinstitutionen nachdenken. Demzufolge hat es sich das lAb zur Aufgabe gemacht einen offenen Ort der Kulturproduktion und Kunstrezeption in einer prozesshaften Annäherung zu erproben. Dabei soll ein Raum des Experimentierens geschaffen werden, der Modelle alternativen Wissens einbindet und sich über eine ständige Neuverhandlung und Verwerfung definieren darf. Dabei ruft das lAb insbesondere die Tatsache ins öffentliche Bewusstsein, dass sich urbane Identitäten, sowohl durch Migrationsbewegungen als auch durch globale Vernetzung, aus Versatzstücken unterschiedlicher regionaler sowie internationaler Wertesysteme zusammensetzen.

Das lAb ist im Bielefelder Stadtteil Brackwede verankert und möchte dort unterschiedlichste KooperationspartnerInnen einladen am Entstehungsprozess von Projekten und deren Umsetzung mitzuwirken. Gleichzeitig möchte es den Fragen nach der Beschaffenheit und den Anforderungen eines Kulturraums, abseits von traditionellen Museen oder der zeitgenössischen Kunstblase, nachgehen: Wie kann ein Raum geschaffen werden, der offene Denk- und Diskussionsräume für ein vielfältiges Publikum herstellt? Was funktioniert für den speziellen Standort Brackwede und welche generellen Strategien können davon für Kunst- und Kulturräume in der Peripherie abgeleitet werden? Welches Potential birgt die Peripherie hinsichtlich kollaborativer, unkonventioneller und handlungsaktivierender Möglichkeiten eines Kunstraumes?

Der Träger des lAbs ist das 1985 in Bielefeld gegründete Künstlerhaus Artists Unlimited. Sein 30-jähriges Jubiläum nimmt der Verein zum Anlass sich mit der veränderten Stadtrealität von Bielefeld seit seiner Gründung und dem eigenen Wirken innerhalb gesellschaftlicher sowie urbaner Kontexte auseinanderzusetzen. Vor diesem Hintergrund bespielt Artists Unlimited den Pavillon des Bezirksamts Brackwede unter dem Namen lAb von Oktober 2015 – Dezember 2016 in zwei thematischen Projektphasen.

Mehr Informationen zu Artists Unlimited:
artists-unlimited.de

Das lAb

1/4

TEAM

Künstlerische Leitung und Geschäftsführung

Anna Jehle

Kuratorische Assistenz

Amelie Befeldt

Konzeption und Gestaltung

AG16

Büro für konkrete Sprache

Dorian Döding
Uwe Zehr

Bezirksamt Brackwede

Marina Arens
Susan Steinborn

Installationsteam

Timo Katz
Uli Schallenberg

AusstellungsfotografInnen

Lucie Marsmann
Michael Kohls

Programmierung und Betreuung Webseite

Mathias Lam

Hausmeister

Michael Thoms

Reinigungskräfte

Monika Pügge
Roswitha Zahn

Komplizen

Gabi Alameddine
Sarah Kindermann

PARTNER

Projektförderung Normcore:


Partner Logos

Kooperationspartner:


Partner Logos

KONTAKT

lAb Artists Unlimited
Stadt Bielefeld /
Bezirksamt Brackwede
Germanenstr. 22
D – 33647 Bielefeld


Tel.: + 49 (0)521.515 298
BÜROZEITEN lAb
Do + Fr 11-19 Uhr


info@lab-artistsunlimited.de
fb: artistsunlimited

ÖFFNUNGSZEITEN

ÖFFNUNGSZEITEN DER AUSSTELLUNG
Do + Fr 11 – 19 Uhr
Sa + So 16 – 19 Uhr
Winterpause: 21. Dezember 2015 – 10. Januar 2016


Der Eintritt zu den Ausstellungen ist kostenfrei. Veranstaltungstermine finden Sie unter dem jeweiligen Projekt. Alle Veranstaltungen soweit nicht anders ausgewiesen sind kostenfrei.

Anfahrt

Das lAb liegt im Stadtteil Brackwede, nur wenige Kilometer von der Bielefelder Innenstadt entfernt.

Stadtbahn: Linie 1 – Richtung Senne, Haltestelle Gaswerkstr.
Bus: Linie 28 – Richtung Stiftung Ummeln, Haltestelle Bezirksamt Brackwede

UNTERSTÜTZEN !

Artists Unlimited
Bank: Sparkasse Bielefeld
IBAN: DE84 4805 0161 0000 1236 12
BIC: SPBIDE3BXXX


NEWSLETTER

BONUS+SPACE

Über den gesamten Zeitraum der Zwischennutzung bis Ende 2016 lädt das lAb kulturelle und nicht kulturelle Initiativen und Individuen aus Bielefeld und Brackwede ein, den Pavillon und seinen Außenbereich als Plenums- Probe-, Arbeits- und Aufführungsort für regelmäßige oder einmalige Termine kostenfrei zu nutzen. Jeden Mittwoch von 16 – 22 Uhr (und gegebenenfalls nach Absprache) steht der Raum zur freien Verfügung. Gemeinsam mit Ihnen wollen wir den Wissensbegriff eines Kunstraumes erweitern.

Kontaktieren Sie uns mit Ihren Vorschlägen unter info@lab-artistsunlimited.de
oder telefonisch unter +49 (0)521.515 298
Do + Fr von 11 – 19 Uhr

Bitte beachten Sie, dass das lAb normalerweise nicht vollkommen leer, sondern mit einer Ausstellung bespielt ist. Eine Anfrage ist ab 14 Jahren möglich.



BONUSSPACE

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Büro für konkrete Sprache

Das Büro für konkrete Sprache ist ein Vermittlungstool und gleichzeitig ein Publikationsprojekt des lAbs, das der BesucherInnendienst zu den Öffnungszeiten der Ausstellungen verantwortet. Wer hat die Deutungshoheit über Ausstellungen, welche Sprache wird in der Vermittlung von Ausstellungen verwendet und welche Machtverhältnisse werden dadurch aufrechterhalten? Wer darf ExpertIn sein und wer nicht? Welches Wissen wird beim Reden über zeitgenössische Kunst zugelassen?

Jede Ausstellung im lAb wird von einem Text begleitet, der in Zusammenarbeit mit dem BesucherInnendienst, den KünstlerInnen oder anderen TeilnehmerInnen entwickelt wird. Dabei sollen unterschiedliche gestalterische, sprachliche und formale Strategien entwickelt werden, die die Versprachlichung von Kunst untersuchen. Deutungshoheiten sollen hierbei offengelegt, Mehrstimmigkeit zugelassen und im Dialog mit verschiedensten TeilnehmerInnen eine eigene Ausdrucksform für jede Ausstellung versucht werden. Zum Ende der Zwischennutzung des Pavillons wird eine kleine Publikation entstehen, welche die Texte aller stattgefundener Ausstellungen gesammelt veröffentlicht.

LAB LOGO

IMPRESSUM

Artists Unlimited e.V.
August-Bebel-Str. 94
33602 Bielefeld
Germany

Registergericht: Amtsgericht Bielefeld

Registernummer: 20 VR 2317

Impressum:

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Quelle: eRecht24.de – Rechtsberatung von Anwalt Sören Siebert

normcore

= Populär?

Wie verhalten sich
unterschiedliche
Vorstellungen und
Normkonzepte im Bezug
auf ein Zusammenleben
zueinander?

= Hype

Wer gibt dominante
Normen vor und für wen
sollen diese gelten?

Normal als Fiktion.

Gibt es ein Potential
für Gemeinschaft im
Missverständnis?

Norm ist Strafe. Norm
ist Vereinfachung.

Führt Anpassung zu
einem Gefühl von
Zugehörigkeit?

Norm = Schein

(Hybride) Identifika-
tionsmerkmale?

Wie verhält sich Norm
zu Begriffen wie
Toleranz und Empathie?

= Ablehnung des
Begriffs „normal“?

Konvention
< Norm
< Gesetz

Sind Norm und Freiheit
widersprüchlich?

Normen bilden den
Übergang vom
Individuum zur
Vorstellung eines
möglichen
Zusammenlebens.

Normal ist vergänglich
und die Zukunft.

#04

THE MACHINE TO BE THE OTHER.
VIRTUAL REALITY, BODY SWAP NARRATIVES AND REINFORCEMENTS OF HETERONORMATIVE GENDER MATRIX
Paul Buckermann und Anne Koppenburger
Members of //re_vision medienkollektiv

Virtual Reality (VR), science fiction, and cyberspace have always generated fantasies of escaping one's determined flesh and act freely in an entire new world without the archaic limits we have to bear our whole primitive lives. Emancipatory approaches, in particular, have always envisioned shaking off violent offline society and all its discriminatory patterns. In entering another reality there are chances to switch individual identity, race, gender, age, class or physical potentials. Here, we want to pick up a recent experiment called Gender Swap as a scope for looking at several speculations and limitations connected to these narratives by BeAnotherLab.

Primarily, we want to highlight three rather reactionary discursive implications of body swapping:

On the one hand, a new reality can be as discriminative and abusive as the one we know all our lives (to check please hit a random internet forum, social network, MMORPG, or Web 2.0 service and trigger the trolls by just mentioning a random discriminatory marker). So, as to avoid being discriminated in the virtual reality, one often again has to choose a set of characteristics, which would pertain to a privilege in the real reality as well.

On the other hand, there are widespread assumptions that empathy for discriminated groups improves when male and/or white and/or heterosexual and/or abled adults just perceive how terrible it is to be classified according to features they are just not used to be associated with at all. We all know this from countless body swap movies (non-recommended viewing list) where obscure technology, magic, or bad weather conditions makes a father to be his son or a high school football dude to be a female nerd of color - and vice versa. Touching ones new body, being discriminated, kissing oneself, being childish, getting access to unknown spaces, or failing to adapt to another milieu - the potential jokes, moral shocks, and entertaining situations are indefinite but re-used in every piece of fiction we know. These iterative structures are all based on the myth that empathy through individual sensation leads to individual improvement. Furthermore, a cumulative decrease of individual prejudices is believed to diminish discrimination on a larger scale. This also applies to Gender Swap, which aims at gaining collective knowledge through increasing empathy. Ainsley Sutherland has already worked on the installation focused on empathy and the problematic socio-historical assumptions of it.

On the third hand (indeed our argumentation crosses body limitations into enhancement/modification), the expectations attributed to empathy in body swap narratives is problematic because intertwined with discursive and material reinforcements of a binary gender matrix. This very construction is the structural basis for the exact discrimination cyber-feminism wants to leave behind. Recently, The Machine to Be Another has produced some buzz (check facebook for numerous and upcoming live performances or media coverage) because of its avant-garde implementation of VR- and computer technology for emancipatory purposes. In Gender Swap, an application which uses the platform The Machine to Be Another, participants should not just watch the ‘man’ feeling like a ‘woman’ but feel it themselves. We doubt the actual protocol realizes the potential of such experimentation and we assume that this particular case depends on the same fantasies of body swaps like the most reactionary fiction. Moreover, it reinforces a societal structure, which reproduces an exclusive and hierarchical order of defined and naturalized sexes. Avoiding technological defeatism and believing in political, technological, and epistemic acceleration as a way to change realities, we choose to point at another speculation rather than - what we prefer to call - the The Machine to be the Other. We would like to contribute to the much-needed discussion and scrutinize the underlying societal structures when we speculate about gender and body swaps (although it can be applied to disability or e.g. Anorexia, see Wired).

The technological setup of Gender Swap allows participants to see oneself from the Other’s point of view. Two persons (‘male’/’female’) are sitting in a room wearing head-mounted displays and being wired up. The screens each display the view, which is recorded on the foreside of their counterpart’s gadget. So basically, one sees what the other would see. The users then perform movements on which each of them has to agree. The experiment investigates “mutual respect between different genders” (White Paper) by letting the users have a look into the underwear of each other. Nevertheless, it remains questionable if the users get to know each other (let alone respect the Other) by merely changing visual perspectives voluntarily and temporarily in a hyper-artificial environment.

The encounter of the self-consciousness with the Other inevitably involve processes of othering, as we know from Hegels Master-Slave-Dialectic. Though the Hegelian dialectic of self-other-identification and distantiation does not necessarily attribute a relative inferiority/superiority to the Other (Brons 2015), Simone de Beauvoir (1949) referred to that Hegelian dialectic when she described the woman as being made the (inferior) Other. Based on the assumption of otherness as constitutive for human beings, she described how women became subordinate to men: “a fundamental hostility to any other consciousness is found in consciousness itself; the subject posits itself only in opposition; it asserts itself as the essential, and sets up the other as the inessential, the object.” (ibid., p. 27). In terms of the binary gender relation, the processes of othering foster the well-known antagonisms of rational/emotional (as irrational); superior/inferior; culture/nature; subject/object, etc.

Gender Swap indeed attempts to address those issues of the gender relation. However, the embodied performance turns out to simply follow the normative structure of sexual desire: the two sexes look at each other exploring their socially highlighted and gendered differences. That particular configuration of the project points to several problematic aspects of Gender Swap as it sticks to the normative binary gender relation. By focusing on the bodily dimension, Gender Swap ignores the social, economic, political, and cultural dimension of complex gender relation that underlies the unavoidable self-Other identification and distantiation. To watch hands touching a femalized body does not allow to know how women as a social group get devalued, even when seen from the perspective of the hand-owning-person.

According to the available documentation, no efforts have been made to deal with negative effects of the othering, i.e. attributing inferiority to the Other due to non-normative characteristics. Instead, the audience of Gender Swap project watches a ‘female’ and a ‘male’ body, which both match normative body standards. Can those participate or generate value for the project who do not correspond to certain body standards or a heteronormative matrix? To us, it remains an open question whether mutual respect is achieved through technologically supported othering by individualizing a socially constructed and historically grown complexity such as the gender relation.

Since we consider Gender Swap to stick to old-fashioned perceptions of the categories men and woman, we just want to sketch a more future-oriented experiment that applies DIY -technology like hormone-hacking in order to go beyond aestheticization of the body. Pharmaceutical knowledge is ready to be hacked and to be employed apart from political regulation. Paul B. Preciado did that to buck what society offered her_him to be: a transsexual man. Preciado used testosterone gel to queer the binary of the gender relation. By publishing her_his experiences in the book ‘Testo Junkie’ (2015) the collective knowledge on the production and distribution of hormones as sexual materiality got expanded, allowing for self-mastered experiments. We have to look for, discuss and build this kind of projects for progressive speculations on the alteration of gender relations.

Sources: Brons, Lajos (2015): Othering, an Analysis. In: Transcience 6(1); 69-90. De Beauvoir, Simone (2011 [1949]): The Second Sex. New York: Vintage. Preciado, Paul, B. (2015): Testo Junkie: Sex, Drugs and Biopolitics in the Pharmacopornographic Era. New York: Feminist Press

ROOM

#03

VOLKSNAH — NORMALITÄT ALS VERKLEIDUNG
Andrea Rüthel und Stefanie Schroeder

"Wir sind die "Mitte" und wollen uns friedlich zeigen.“1)

PEGIDA/LEGIDA tarnt sich als Bewegung normaler und normal aussehender BürgerInnen, gekleidet in gedeckten Farben. Extremistisches Gedankengut versteckt sich in unscheinbaren dunklen Anoraks. Das ermöglicht unaufwändig, sich unauffällig oder undercover unter die Abendspaziergänger zu mischen.

Die folgenden Personen traten als "normale Bürger" bei PEGIDA/LEGIDA auf. Sie nutzten PEGIDA/LEGIDA als Bühne für Selbstdarstellung, Satire und/oder Volksverhetzung, als Erfahrungsraum und Forschungsfeld oder auf Scoop-Suche.

Zu einem Teil entsprechen die "Inhalte der Kunstfiguren in keinster Weise ihren persönlichen Überzeugungen." Zum anderen Teil schützt die Kunstfigur vor den Konsequenzen der öffentlichen Äußerung dieser Überzeugungen.


1) https://www.openpetition.de/petition/online/legida-die-normalen-buerger-moechten-friedliche-veraenderungen

Froebel

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Nadelstreifenanzug schwarz zweiteilig


"FRIEDRICH FRÖBEL"

Auftritte
Redner bei LEGIDA, regelmäßig, Blog friedrichfr

Autor der Figur
unklar

Vorbilder/Referenzen
Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782-1852), Begründer des Kindergartens

(Ent)tarnung
"Jener Mann, den keiner kennt, der sich aber wie der große Kindergartenreformer Friedrich Fröbel nennt, verglich die Hooligans gar mit den Lützowschen Freikorpsjägern im Kampf gegen Napoleon." (Stuttgarter Zeitung)    "Für Europa sagt eine 2006 erschienene, international viel beachtete britische Veröffentlichung den Deutschen nach, zusammen mit den Niederländern das intelligenteste Volk Europas zu sein mit einem durchschnittlichen IQ von 107, gefolgt von den Polen, Schweden und Italienern. Die Türken liegen dagegen mit einem Wert von 90 deutlich unter dem Durchschnitt. Bei Roma wurden durchschnittliche IQ-Werte festgestellt, die noch darunter liegen." (Friedrich Fröbel, Rede Legida 28.9.2015)

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Zigarillo
iPad Air spacegrau


"Dr. ALFONS PROEBSTL"

Auftritte
Youtube-Kanal Alfons Proebstl, Redner bei PEGIDA, 06.04.2015

Autor der Figur
Percy Hoven, Moderator und Portraitmaler, Alfred Schropp, Produzent

Vorbilder/Referenzen
Kunstfigur "Alfons Pröbstl, Mitbegründer der bayerischen Landesbodenkreditanstalt und sämtlicher Filialen" von Gerhard Polt

(Ent)tarnung
"Einerseits haben wir uns gesagt, dass das doch eigentlich die Spitze ist für eine Kunstfigur, ausgerechnet vor denen zu reden, die wir karikieren. Aber dass dann ausgerechnet der Bachmann mir das Mikrofon halten musste — also da ging der Schuss dann wirklich nach hinten los." (Percy Hoven, Interview mit augsburg.tv) "Die Inhalte der Kunstfigur entsprechen in keinster Weise meiner persönlichen Überzeugung.'' (schriftliche Stellungnahme von Percy Hoven)

REICHSTEIN

Strickmütze hellbeige
Herrenschal schwarz-grau
Daunenjacke khakibraun mit Pelzkapuze


"PEGIDA-DEMONSTRANT"

Auftritte
Teilnehmer bei PEGIDA, 15.12 2014; Das Erste- Panorama - NDR "Pegida: Die Interviews in voller Länge, Teil I", 18.12.2014

Autor der Figur
Felix Reichstein, RTL-Reporter

Vorbilder/Referenzen
unklar

(Ent)tarnung
"Anstatt nichts zu sagen, wähle ich die Vorwärtsverteidigung: in der Rolle bleiben — die völlig falsche Entscheidung, wie ich später merke." (Felix Reichstein, medium Magazin) "Immerhin hat er uns inzwischen informiert, dass er für RTL arbeitet [...]. Was nichts daran ändert, dass er vor unserer Kamera den 'normalen Demonstranten' gespielt hat." (Volker Steinhoff, Panorama)

RIEDELSCHNEIDER

Strickmütze "A&B Betex" violettrot
Puder "Ultraweiß", schwarzer Kajal
Jacke "Yessica at C&A" blaugrau
Nadelstreifenhose "Yessica at C&A" schwarz

Mütze ”Your Style” schwarz-weiß
Fransenschal schwarz mit Silberfäden
Puder "Ultraweiß", schwarzer Kajal
Jacke “Your Sixth Sense - Finest Quality” dunkelbraun
Jeans "VILA Slim" dunkelgrau


"ANDREA RIEDEL UND STEFANIE SCHNEIDER"

Auftritte
Teilnehmerinnen bei LEGIDA, Januar-September 2015

Autorinnen der Figuren
Andrea Rüthel, Stefanie Schroeder, Filmemacherinnen

Vorbilder/Referenzen
Youtube-Clip "Pegida Make-Up Tutorial: Kathrin Oertel" von Moderatoyah

(Ent)tarnung
"Date: Tue, 3 Mar 2015 08:29:16 | Boah Steffi, irgendwie hat mich das gestern ganz schön runtergezogen. Ich frage mich gerade, ob das die ersten Spuren und Schäden sind, die der Inkognito-Einsatz bei mir anrichtet. Dass ich mich emotional nicht mehr komplett abgrenzen kann, mit Humor oder so...Wir sollten nicht vergessen, die offizielle Video-/Bild-Berichterstattung nach unserem Auftritt zu scannen."

OROR

#02

SPIEL
Marcus Steinweg

Der gesteigerte Realismus von Kunst und Denken beweist sich in der Entkräftung der Tatsachendominanz. Neue, ungeahnte oder verbotene, Beziehungen werden geknüpft. Das für gewöhnlich Getrennte und Auseinandergehaltene geht brisante Symbiosen ein. Zum Beispiel im Vermischen von Ernst und Spiel. Ohne ein spielerisches Element ist jede Ernsthaftigkeit lächerlicher Autoritarismus. Das Spiel spielt mit dem Zufall. Das Subjekt wird im Spiel offen für die Instabilität seiner Realität und muss sich mit seiner elementaren Impotenz konfrontieren. Erst die Bejahung der Grenzen des eigenen Vermögens schafft die Möglichkeit einer gewissen Subjektivität. Nur im Verhältnis zu seiner Unmöglichkeit erfährt sich das Subjekt als Agent seines Tuns und seiner Entscheidungen. Keinesfalls handelt es sich dabei um ein autotransparentes Ich und monadische Selbstheit. Letztlich steht das Subjekt für sich ein, ohne sich zu kennen. Es ist fremd im Verhältnis zu sich, aber es löst sich nicht in Luft auf. Sein Selbstbezug ist Spiel mit seiner prekären Identität im Tatsachenraum und mit sämtlichen Realitäten, die es laufend überschwemmen. Es gibt Kausalitäten, Gesetzmäßigkeiten, Wahrscheinlichkeiten und Regeln, doch nichts deutet darauf hin, dass sie letzter Notwendigkeit folgen. Nichts hindert uns daran – in der Kunst wie im Denken – noch mit den stabilsten Realitäten wie mit Unwahrscheinlichkeiten zu spielen.

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#01

HYBRID VIGOR
Evan Ifekoya, 2010, 05:31 Min

Evan Ifekoya interessiert sich für Pop-Kultur in all ihren Facetten. In „Hybrid vigor“ bedient sie sich der Bildsprache von Musikvideos, die sie wiederum kritisch beleuchtet. Der Titel der Arbeit verweist auf einen Begriff der Genetik: Hybrid vigor (dt. Heterosis-Effekt) bezeichnet eine besonders ausgeprägte Leistungsfähigkeit von Hybriden bzw. Mischlingen. Im Video kombiniert die Künstlerin unterschiedliche Pop-Songs mit eigenen Bildern, Textfragmenten und gefundenen Titelseiten von Illustrierten. Dabei politisiert sie das Format des Musikvideos, indem sie heteronormative Vorstellungen von „männlich“ und „weiblich“ visuell bricht und gleichzeitig verbreitete Klischees gegenüber AfroamerikanerInnen ad absurdum führt.

ROOM

JANUAR

ein bild abgeben III
16.01.16, 14–19 uhr
sweet mellow sue
18.01.16, 19 uhr